Rosie's Welt - News
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--- AKTUELL ---

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan – der Mohr kann gehen!
Nach der Pflege wird man völlig allein gelassen und was Gier aus Menschen macht.

Ich habe meine Mutter 16 ½ Jahre lang durch alle Pflegestufen hindurch gepflegt.
Was Pflege bedeutet muss ich Pflegenden nicht näher erklären und Nicht-Pflegende sind niemals in der Lage das Ausmaß wirklich zu erfassen – darum nur kurz: Die Pflege war für mich über Jahre hinweg eine Gratwanderung bei der ich fast täglich an meine Grenzen kam und oft genug darüber hinaus. Vor allem war es, als Demenz dazu kam, ein Kampf gegen Windmühlen. Ich habe oft genug laut geschrien und gegen die Wand geschlagen um meinem Frust Luft zu machen, weil ich sonst geplatzt wäre. Pflege bedeutet 24 Stunden an 7 Tagen die Woche das ganze Jahr über da sein, kein Feierabend, kein Feiertag, kein Wochenende und auch kein wirklicher Urlaub. Das bisschen Kurzzeitpflege, für das sich die Pflegekassen so brüsten, wurde (ich weiß nicht wie das jetzt ist) mit steigender Pflegestufe immer kürzer und oft genug musste ich wegen der Rechnungen mit der Pflegekasse diskutieren wer nun was bezahlt.

Am Anfang der Pflege konnte ich noch nebenbei arbeiten, musste dann von Voll- auf Teilzeit runter und gut die letzten 10 Jahre der Pflege war ich nicht mehr berufstätig, weil ich meine Mutter nicht mehr allein lassen konnte. Jahrelang konnte ich keine Nacht durch schlafen, etliche Nächte gar nicht. Ich habe fast komplett auf ein eigenes Leben, einen guten Teil meiner Gesundheit und ganz auf meine eigene berufliche Karriere verzichtet. Die Pflege wurde im Lauf der Zeit immer intensiver und über die letzten Jahre hinweg musste mein Sohn mithelfen, weswegen auch er seine berufliche Laufbahn an die Pflege angepasst hatte. Allein wäre es kräftemäßig nicht mehr gegangen, aber ihren Wunsch nicht in ein Heim zu müssen wollte ich ihr erfüllen. Im Gegenzug sollte ich nach ihrem Tod das Häuschen bekommen, das auch mein Zuhause war und ist – aber ...

An der Stelle muss ich etwas ausholen:
Nun ist es so, das Häuschen gäbe es ohne meinen Vater nicht. Meine Mutter hatte auch einen Sohn, 22 Jahre älter als ich, von ihrem ersten Mann. Dieser Sohn ist ca. 14 Jahre vor meiner Mutter gestorben und hat drei Kinder hinterlassen, nicht viel jünger als ich. Diese Kinder haben sich kein Stück um die Oma gekümmert. Nachdem mein Halbbruder verstorben war, gehörte die Oma quasi nicht mehr zur Familie, wurde nicht mehr eingeladen – die Oma war nicht salonfähig genug. Man hat sie gerade mal zum Geburtstag und anfangs ein paar mal um Weihnachten herum besucht. Das taten nicht alle drei, und wie ich inzwischen vermute auch nur weil es Geschenke für die eigenen Kinder gab.
Meine Mutter war allerdings immer felsenfest davon überzeugt, ihre Enkel sind grundanständige Menschen und mehr bedürfe es nicht. Meine Angst von denen auf die Straße gesetzt zu werden sei völlig unbegründet – von wegen!!!
Zumal der Sohn meiner Mutter aus dem Nachlass meines Vaters reichlich Geld bekommen hatte, für den Kauf der 1-Zimmer-Nachbarwohnung um seine Wohnung zu vergrößern und das nur auf das Versprechen hin, das werde beim Erbe angerechnet – heute will man davon nichts mehr wissen – nein man behauptet meine Mutter hätte mir eine Wohnung gekauft – eine glatte (und nicht die einzige) Lüge!!!

Ich muss dazu sagen, mein Vater sarb 1978 und hatte ein notarielles Testament hinterlassen in dem meine Mutter Alleinerbin war, auch er hatte einen Sohn aus erster Ehe und hatte diesen Sohn auf, meines Wissens nach dessen Wunsch hin, ausbezahlt. Doch weit gefehlt, der Sohn hat geklagt und bekam noch einen Pflichtanteil. Daraufhin war meine Mutter auf Notare nie wieder gut zu sprechen.
Ein handgeschriebenes Testament zu verfassen war sie nicht in der Lage, sie hatte kaum Schulbildung und konnte nie so recht schreiben. Später bereitete es ihr schon Schmerzen nur ihre Unterschrift zu kritzeln.
Also hat sie kurz nach dem Tod ihres Sohnes vorgeschlagen wir setzen ein Schreiben auf, damit ich was in der Hand habe, eine gegenseitige Vereinbarung, dass ich sie bis zum Tod pflege und dafür das Häuschen bekomme – wie naiv zu glauben das interessiere Gierhälse.

Im Juni 2015 ist meine Mutter im Alter von 95 Jahren gestorben, ich war bis zuletzt an ihrer Seite. Ich erhielt eine rührende Karte voll des Lobes und Dankes von den drei Enkeln nebst meiner Halbschwägerin. An der Beerdigung wurde ich von der Enkelin noch gefragt ob ich finanzielle Unterstützung für die Beerdigung brauche und dann – kam der Notartermin!
Als der Notar meinte, 16 Jahre Pflege und die Vereinbarung zählen gar nichts, ihnen noch schön schmackhaft gemacht hat wieviel sie bekommen – ging spürbar ein Ruck durch den Raum – jeglicher Anstand wurde von Gier hinweggefegt.
Der Notar hat ein wenig später noch erwähnt sie könnten die Vereinbarung anerkennen. Die Worte gingen ungehört im Klingen der Kassen unter. Seither versuchen die drei mich zu verarschen, erzählen ihren Anwälten Lügengeschichten und sind bestrebt mich letztlich auf die Straße zu setzen. Denn mehr als das Häuschen, das nur durch die jahrelange Pflege meinerseits überhaupt noch da ist, gibt es nicht. Die Ersparnisse meiner Mutter reichten gerade mal aus die Beerdigungskosten zu decken.
Von den Ersparnissen, die ich aus einstiger Berufstätigkeit hatte, habe ich einen großen Teil meiner Mutter geliehen für eine Garage (ein Nachbarschaftsprojekt, dem sie sich nicht entziehen konnte), für das ihre Ersparnisse nicht gereicht hätten – das hält man inzwischen für verjährt. Und der Rest meiner Ersparnisse ist mittlerweilen längst aufgebraucht.
Dass mich Altersarmut erwartet war mir im Lauf der Pflege deutlich klar geworden, aber dass mir die komplette Existenz entzogen werden soll …
mir hätte es die Beine weggerissen wäre ich nicht eh schon gesessen.

Als ich nach dem Notartermin erst einmal panisch alles abtelefoniert habe was mir so einfiel, z.B. Pflegekasse, der ich immerhin ca. 100.000 Euro gespart habe (hab das mal interessehalber ausgerechnet), Pflegestation in Esslingen – geht sie nichts an, VDK – geht ihn nichts an – meine Mutter war seit den 1950ern Mitglied, man konnte mir nicht mal sagen ob ich die Mitgliedschaft weiterführen könnte. Ich weiß gar nicht mehr so recht wen und was ich alles abtelefoniert habe, auch die Internetsuche war nur in einer Hinsicht erfolgreich – ich bin auf die Seite "armutdurchpflege.de" gestoßen, habe dort angerufen und einzig da (abgesehen von Freunden) gab es ein offenes Ohr und tröstende Worte für mich.

Wenn die Leute Erbschaft hören denken sie nur an Reichtum, die Milliarden, die vererbt werden, aber dass man durch Teilen eines Erbes, das nur durch eigene Mühsal überhaupt noch vorhanden ist, in Existenznot geraten kann – auf die Idee kommt keiner.
Und ja – auch ich kenne Gier, bin schließlich auch ein Mensch. Aber jemandem etwas wegzunehmen, der weniger hat als ich, dem das zum Verhängnis würde oder der im Gegensatz zu mir etwas dafür getan hat, käme mir nie in den Sinn und wenn – ein klein wenig nachdenken hilft!!!

Meiner Ansicht nach gehören solche Notare weg und mitsamt den Leuten, die sich von ihrer Gier beherrschen lassen (Menschen können auch anders), öffentlich abgewatscht.
Wie seht ihr das? Gern könnt ihr mir eure Meinung unter "rosie[ät]rosieswelt.de" kund tun.
Falls ihr selbst betroffen seid, ihr seid nicht allein! Meldet euch bei mir – ich suche Betroffene – gemeinsam können wir mehr erreichen als jeder für sich.


Nachtrag:

Eine Gesellschaft, die so sehr auf die pflegenden Angehörigen angewiesen ist darf mit den Menschen so nicht umgehen. Gut 70 % der Pflegebedürftigen (Tendenz steigend) werden zuhause gepflegt. Und über Zustände in Pflegeheimen will ich hier gar nicht erst schreiben. Fakt ist: ohne die Leistungen der pflegenden Angehörigen wäre die Pflege längst kollabiert. Also – ein wenig mehr Dankbarkeit anstatt jeder Menge leerer Worte wäre angebracht.
Wenn sogenannte Miterben, die absolut keinen Finger gerührt haben, der Person, die alles aufgegeben und alles menschenmögliche getan hat um den pflegebedürftigen Eltern (bzw. dem pflegebedürftigen Elternteil) einen anständigen Lebensabend in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, die Existenz entziehen dürfen, dann stimmt etwas nicht.
Hier muss der Gesetzgeber noch gewaltig nachbessern, denn Menschen, die erstmal im Giermodus angekommen sind, sind nicht mehr fähig zu Mitgefühl und Anstand. Und wenn die Rechtsprechung ein parasitäres Verhalten auch noch unterstützt, ist sie nichts weiter als ein pervertiertes ekelerregendes Zerrbild ihrer selbst.
Ich bin überzeugt davon, hätte ich meinen Miterben vor dem Notartermin haarklein die Geschichte erzählt, sie wären zutiefst empört gewesen über genau das Verhalten, das sie jetzt selbst an den Tag legen.


Zuletzt noch ein gutgemeinter Rat
Bedenken Sie, falls Sie vor der Entscheidung stehen – Pflegen oder Nichtpflegen:

Wenn Sie über Jahre hinweg (die Länge kann keiner voraussehen) einen Menschen gepflegt haben, sind Sie physisch und psychisch dermaßen ausgelaugt, dass Sie kaum die Kraft haben ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Wie ich vor kurzem erfahren habe, dauert es etwa 2 Jahre wieder ins Leben zurückzufinden.
Wenn Sie sich dann aber noch mit gierigen Miterben rumschlagen müssen, was die psychische Anstrengung einer Pflege um Längen toppt, verlängert sich auch die Zeit wieder im Leben anzukommen entsprechend.
Sie werden im Lauf der Pflege immer wieder um Ihre Rechte kämpfen müssen.
Und Sie werden, wenn es danach etwas zu Erben gibt und Sie zwar der einzig Pflegende, aber nicht der einzige Erbberechtigte sind, sehr wahrscheinlich streiten müssen.
Die schlimmtsten sind wohl tatsächlich diejenigen, die sich nie gekümmert haben.
Gutmütigkeit wird nicht belohnt – sorgen Sie vor!!!

   
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